15 Mai Stuttgart `19

Dies vorweg: Die Baustelle rund um den Hauptbahnhof in Stuttgart hat sich in meiner Wahrnehmung nicht verändert – grinsend ziehe ich meinen Rollkoffer die Straße vom Bahnhof zum Hotel entlang. Nicht nur Berlin scheint ein Problem mit Baustellen zu haben, denke ich mir. Aber dafür hat Stuttgart etwas, das Berlin definitiv nicht hat: Das Internationale Trickfilmfestival Stuttgart – ITFS. Ich wurde dieses Jahr wieder eingeladen beim ARAB Forum mitzumachen. Das ist die Vorstufe im Bereich Animation für den Filmpreis der Robert-Bosch-Stiftung. Letztes Jahr habe ich hier Ibraheem Ramadan kennen gelernt und wir haben uns als Team für den Filmpreis der Robert-Bosch-Stiftung beworben. Zwar waren wir unter den letzten 10 Teilnehmenden des Preises im Jahr 2018 – aber am Ende sind wir doch ohne die 60.000 Euro Preisgeld nach Hause gegangen. Das aber hat eher motiviert weiterzumachen, als aufzugeben, und so bin ich dieses Jahr an gleicher Stelle – der Austausch mit den Arabischen Filmemachern ist mehr als bereichernd.

Da ist zum Beispiel Sufian, der mit seinen 25 Jahren mit einer der jüngsten Teilnehmer ist. Er kommt aus dem Sudan und hat sich alles, was im Bereich Animation kann, selber beigebracht unter technisch stark eingeschränkten Bedingungen. Die Leidenschaft für die Animation ist groß unter den Teilnehmenden und auch wenn am Ende nur einer den Pitch gewinnen kann, fühlen wir uns innerhalb der Gruppe wohl. Willy Rolle ist auch wieder mit dabei, ein Produzentenkollege aus dem schönen Stuttgart und so wird am Abend bei Speis und Trank über viel Aktuelles aber auch Zukünftiges gesprochen. Das Organisatoren-Team ist ebenfalls wieder das tollste auf dem Festival – allen voran Katharina Vogt und Larissa Schmid. Sie stecken mit Herz und Seele im Programm und hinter den Teilnehmenden – das ist eine großartige Unterstützung und eine tolle Atmosphäre. Da das Programm dieses Jahr einen Tag früher losgeht, kann ich nur sehr wenige Filme im normalen Programm gucken – allen voran den Gewinner des Filmpreises der Robert-Bosch-Stiftungvon 2016 „4 Syrians“ – ein visuelles Erlebnis, dass alle Sinne weckt.

Mein persönliches Highlight war ein Workshop mit dem Dänischen Studio Tumblehead – neben einem show case über ein 3D Projekt im Martin Luther Jahr über selbigen gibt es einen Hands-on workshop und wir müssen uns selber eine berühmte Persönlichkeit ausdenken, die wir in wenigen kurzen Zeichnungen lustig und kindergerecht präsentieren können. Die finale Preisverleihung dieses Jahr findet dann nicht wie die Jahre davor bei der allgemeinen Abschlussverleihung des Filmfestes statt, sondern bekommt seinen Rahmen innerhalb des Trickster Animation Awards– ein Animationspreis unter Animationspreisen. Gewonnen hat Abdelrahman Dnewar – er hat gemeinsam mit seinem Zwillingsbruder, der in Kairo bleiben musste, sein Projekt gepitcht und die Jury damit überzeugt. Ich bin gespannt, wer sich sonst alles in diesem Jahr für den Filmpreis bewerben wird – selber verrate ich noch nichts, denn: Im Juni geht es nach Amman zur Dokumentarfilm und Kurzfilmbörse – danach kann ich euch mehr erzählen.
Ein herzliches Dankeschön an Stuttgart – das beste Animationsfestival Deutschlands!

                    

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